
Ort der Stille - zum Innehalten
Manchmal beginnt ein neues Projekt nicht mit einem Neubau, sondern mit der Frage: Was können wir erhalten, wenn wir es nicht einfach aufgeben?
Im kleinen „Peutenwäldchen“ auf dem Mühlenberg, am Rundweg vom Mühlenturm Richtung Wasserhochbehälter, befand sich eine historische Schönstatt-Gedenkstätte mit ihren Bilderstöcken. Über viele Jahrzehnte war dieser Ort ein geschätzter Platz der Ruhe und Einkehr. Doch im Laufe der Jahre geriet die Anlage zunehmend in Vergessenheit und verschwand unter Dornen und Sträuchern. Die Wege, die Stufenanlage und die Einfriedung waren in die Jahre gekommen. Die Schönstatt Niederrhein e.V. konnte die notwendige Instandhaltung nicht mehr leisten und sogar ein Abbau der Gedenkstätte stand im Raum.
Für Michael Sonfeld und den Verein für Gartenkultur und Heimatpflege Schaephuysen e.V. war das keine zufriedenstellende Perspektive. Gemeinsam mit der St. Martinus-Quirinus-Schützenbruderschaft Saelhuysen-Finkenberg entstand die Idee, diesen besonderen Ort nicht aufzugeben, sondern ihn zu erhalten und behutsam neu zu gestalten. Unterstützt wurde das Vorhaben durch die finanzielle Förderung des Heimatschecks NRW.
Von der Idee zum „Ort der Stille“
Im Jahr 2021 begannen die ersten konkreten Arbeiten. Die Schützenbruderschaft entfernte den alten Zaun der ehemaligen Schonung und schaffte damit wieder einen offeneren Zugang zum Gelände. Gefährliche abgestorbene Bäume wurden im zulässigen Zeitraum entfernt. Stefan und Michael Sonfeld errichteten am Anfang des Weges eine Umlaufsperre, um den Ort künftig besser vor unerwünschtem Mountainbikeverkehr zu schützen.

Anschließend wurde gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern der Platz Schritt für Schritt neu gestaltet. Die Wegeführung wurde aus vorhandenem Totholz modelliert, Sträucher wurden zurückgeschnitten und die Bilderstöcke sowie die dazugehörige Lampe gründlich gereinigt.
Dabei entstand auch die Idee, möglichst viel Vorhandenes wiederzuverwenden, anstatt neue Materialien einzusetzen. So stellte unser Mitglied Jakob Kleindüllings alte Holzschwellen für die Sanierung der Stufenanlage zur Verfügung. Auch andere Materialien bekamen eine zweite Chance: Ausgediente Fahnenstangen der Grundschule und alte Eichenbalken der Scheune der Familie Benger wurden in die Gestaltung einbezogen. Teile der ehemaligen Stufenanlage der Grundschule wurden zu Sitzgelegenheiten umfunktioniert
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Die Landschaftsarchitektin Britta Kleiber entwickelte gemeinsam mit den Beteiligten ein Gesamtkonzept für die behutsame Aktivierung des Platzes. Der ursprüngliche Charakter des Waldstücks sollte erhalten bleiben und gleichzeitig ein echter Ort der Ruhe und Einkehr entstehen. Zwei Bänke sollten zum Verweilen und Meditieren einladen. Hunderte standortgerechte Blumenzwiebeln, darunter Schneeglöckchen und Narzissen, sowie Waldgehölze wurden eingebracht. Das anfallende Totholz wurde nicht einfach entsorgt, sondern unter anderem für den Beginn einer Benjeshecke verwendet.
Auch die Geschichte des Ortes sollte wieder sichtbar werden. Die Bilderstöcke wurden gepflegt und eine Erklärtafel informiert heute über den historischen Hintergrund der Gedenkstätte. Denn der Bilderstock erinnert unter anderem an eine Zeit, in der auf diesem Gelände ein Jugendzentrum geplant war – ein Vorhaben, das letztlich nicht genehmigt werden konnte.
Im November 2022 folgte eine weitere große Pflanzaktion. Wieder waren zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz und brachten den Ort seinem neuen Erscheinungsbild ein Stück näher.
Nach vielen Monaten Planung, Arbeit und hunderten ehrenamtlich geleisteten Stunden war es schließlich soweit: Am 18. Juni 2023 wurde der „Ort der Stille“ feierlich eröffnet und eingesegnet.
Was einst unter Dornen verborgen lag und sogar vom Verschwinden bedroht war, ist heute wieder ein besonderer Platz auf dem Mühlenberg. Ein Ort, an dem Geschichte bewahrt wird, Natur ihren Raum bekommt und Menschen zur Ruhe kommen können.
Der „Ort der Stille“ ist heute ein besonderer Bestandteil des Wandelwegs der Artenvielfalt – und zugleich ein schönes Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn Heimatpflege, Natur, kreative Ideen und ehrenamtliches Engagement zusammenkommen.
Aus einer vergessenen Gedenkstätte wurde ein Ort mit neuer Zukunft.
Das Konzept
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Ein großer Dank geht an alle fleißigen Helfer





































