Schaephuysen....mien Derp - Blick zurück

Ein vergessener Schaukasten erzählt wieder Dorfgeschichte


Auf dem Höhenzug von Schaephuysen, in der Nähe des ehemaligen Wasserhochbehälters, befindet sich eine besondere Station unseres Wandelweges: „Schaephuysen … mien Derp – Blick zurück“.

Hier wurde ein alter, verwaister Schaukasten wieder zum Leben erweckt. Der Rahmen wurde aufbereitet und mit einer neuen Bildertafel versehen, die historische Ansichten aus Schaephuysen zeigt und damit ein Stück Dorfgeschichte sichtbar und erlebbar macht.


Vom Aussichtspunkt zum Erinnerungsort

Früher bot die Bank auf dem Saelhuyser Berg einen beeindruckenden Blick über Schaephuysen und weite Teile des Niederrheins. Bei guter Sicht reichte der Blick unter anderem vom Büdericher Sendemast und dem Voerder Kraftwerk über die „Weißen Riesen“ in Vluyn und Homberg bis zum Bayer-Kreuz in Uerdingen.
Wer sich in der Gegend auskannte, konnte anhand der Schornsteine und Fördertürme sogar die einzelnen Orte und Industrieanlagen erkennen.

Durch die Aufforstung eines Bannwaldes nach der Jahrtausendwende zum Hochwasserschutz veränderte sich dieser Ort jedoch grundlegend. Der frühere Weitblick verschwand, und auch die Bank sowie die Schautafel zum niederrheinischen Kohlebergbau gerieten zunehmend in Vergessenheit.


Eine alte Bank, eine neue Idee

Bei einer Reinigungsaktion für Sitzbänke des Marinespielmannszuges wurde die alte Bank von Jürgen Buchwald und Stefan Sonfeld restauriert.
Zur gleichen Zeit beschäftigte sich
Michael Sonfeld, als Projektleiter des VfGuH, mit dem Ausbau der südlichen Route des Wandelweges, die an dieser Stelle vorbeiführt. Dabei entstand gemeinsam mit seinem Bruder Stefan die Idee, auch den mittlerweile brüchigen Schaukasten zu erneuern und ihm einen neuen Inhalt zu geben.


Die Idee wurde gemeinsam umgesetzt:
Jasmin und Markus Cox stellten historische Aufnahmen zusammen und gestalteten daraus gemeinsam mit Claudia Koschare eine Bildertafel mit alten Schaephuysener Motiven.
Die technische Umsetzung übernahmen
Stefan und Michael Sonfeld. Der Druck der neuen Bildertafel wurde von Cox – Haus Rundum Service gesponsert.
Im
Sommer 2021 wurde die neue Station fertiggestellt und damit ein kleiner, vergessener Ort wieder zu einem Stück lebendiger Dorfgeschichte.

 

Geschichte zum Anschauen

Die Bildertafel nimmt Besucher mit auf eine kleine Zeitreise durch Schaephuysen. Zu sehen sind unter anderem historische Aufnahmen der alten Schule, der St.-Hubertus-Kirche, des Bahnhofs, verschiedener Straßen und Gaststätten sowie der Schaephuysener Mühle.

So verbindet „Schaephuysen … mien Derp – Blick zurück“ Vergangenheit und Gegenwart – und erinnert daran, wie sehr sich unser Dorf im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.


Das Projekt steht zugleich beispielhaft für das, was den Wandelweg ausmacht:
Menschen entdecken einen vergessenen Ort, entwickeln eine Idee und setzen sie gemeinsam um.
Denn Heimatpflege muss nicht immer groß beginnen. Manchmal reicht ein alter Schaukasten, eine restaurierte Bank und die Bereitschaft, einfach anzupacken.



Vorher


Michael Sonfeld, Markus Cox, Jasmin Cox, Claudia Koschare, Stefan Sonfeld

Quelle: Unser Ort

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Kurze Erklärung zu den Bildern auf dem Plakat:

Die alte Schule an der Hauptstraße - heutiger Bürgermeister-Beelen-Platz.


Wurde 1966 abgerissen.


Hauptstraße 50 steht das neue Schulgebäude, das aber mittlerweile auch nicht mehr als Schule genutzt wird.

Die St. Hubertus Kirche an der Hauptstraße.


Das Bild zeigt die Kirche, wie sie im 17. Jahrhundert aussah.


Den Platz vor der Kirche, nennen die Einheimischen gern "Domplatte".

Schaephuysens Bahnhof 1911


Eingeweiht wurde die Strecke 1909/10.

Seit 1968 gibt es keinen Personennahverkehr mehr auf dieser Strecke.

Hauptstraße ca. 1925


Der Abschnitt, wo sich die Frauen befinden, ist das Stück zwischen den Einmündungen in die Rheurdter Straße und die Tönisberger Straße (rechts)

Vluyner Straße 1925


Das Bild zeigt ungefähr die Höhe der Molkerei (links).

Rechts befindet sich heute das Lineg Becken.

Rheurdter Straße 1925


Das Bild zeigt den Abschnitt gegenüber von der Schaephuysener Feuerwehr.

Tönisberger Straße


Das Haus links auf dem Bild gibt es heute nicht mehr.

Rechts ist die Gaststätte Hauser zu sehen.

Hauptstraße


Zu sehen ist die Gaststätte Paaßen, die gleichzeitig auch eine Tankstelle für Benzin war.


Das Gebäude befindet sich gegenüber von der Bäckerei Hoenen.

Die Mühle von Schaephuysen


Im 2. Weltkrieg wurden militärische Aufbauten angebracht, die 1945 wieder entfernt wurden.


Bald bekam sie den Namen "St. Michael-Turm".


Seit 1974 ist die Mühle eine Jugendbildungsstätte.

Gaststätte Jochems


Sie befand sich auf der Hauptstraße 31 und wurde 1960 abgerissen.


Heute befindet sich an dieser Stelle ein Ladenlokal und Wohnhaus und rechts daneben das Heimatmuseum.