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Rheurdt und Schaephuysen als

 Töpfer - Orte

Teil 2

 Außer den erhalten zahlreichen Arbeiten beweist auch noch die Höhe der Geldleistungen, die die Schaephuysener Töpferbetriebe während des 7 - jährigen Krieges (1756 - 1763 ) anführen mussten, dass neben der Landwirtschaft hier auch ein blühendes Töpferhandwerk bestand. Wahrscheinlich wurde in Schaephuysen schon im 17. Jahrhundert getöpfert.

Für die Schaephuysener Werkstätten ist ein rotbrauner bis dunkelbrauner Anguß charakteristisch. Dieser Farbton wurde durch einen Zusatz von fein pulverisierten Braunstein zur Angußmasse erzielt. Ein besonderes Merkmal ist der starke Glanz der Glasuren, der durch einen dickeren Auftrag ereicht wurde. Zu den aus anderen niederrheinischen Töpferorten bekannten Malfarben kommt hier ein besonders häufig verwendetes Kobaltblau hinzu. Dessen Verwendung setzte eine besondere Fertigkeit voraus.

In Schaephuysen begegnen wir dieser blauen Farbe hauptsächlich bei Arbeiten aus der Werkstatt Gerrit Evers. Die älteste und bedeutenste Töpferfamilie waren die Hammeckers. Ihre Werkstatt die später von Eickmanns und dann von Kölschen übernommen wurde, lag an der Ecke Tönisberger Straße / Grünstraße. Mitglieder der Familie Kölschen haben die Werkstatt noch bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts betrieben und stellten zuletzt Gebrauchsgeschir her.

Weitere Töpfernamen aus Schaephuysen sind: Mellen, Pascggen, Hoebben, Bissels, Pottbeckers, Schieten- oder Scheiten, Döllings-oder Düllings und van Wickelen.

Die letzte Schaephuysener Töpferwerkstatt, war die von Heinrich Pottbeckers, ( Et Ströttsche ) der 1909 verstarb. Die Werkstatt wurde dann noch bis 1914 von dem dort beschäftigten Gehard van Wickelen fortgeführt.

Mit der Darstellung eines Töpfers im Ständebrunnen vor der Schaephuysener Kirche wird die Erinnerung an dieses alte und über Jahrhunderte in Schaephuysen ausgeübte Handwerk wachgehalten.

Links: die Nachbildung eines Wandbildes aus der Schaephuysener Töpferwerkstatt Evers.

Es stellt zwei Schmiede am Amboss dar, im Hintergrund ist der Blasebalg zu sehen.

Inschrift:

Hier stehe ich in meiner Schmiede und mache aus altem Eisen neue Ketten. Könnte ich alte Weiber jung machen, dann könnte ich meine Kost besser verdienen als mich abzurackern.

Das Original ist im Niederrhein Museum Duisburg zu sehen.

Rechtes Bild:

Hier ist der Eingang der Heimatstube zu sehen.

Das Dach wurde erst im Okt. 2004 neu errichtet, unter Verwendung von um 1900 in Schaephuysen gefertigten Dachziegeln. 

 

 

Wandbild des Schaephuysener Töpfers
Gerrit Evers ca. 1770
Alte Dachziegel auf neuem Vordach
über der dem Eingang zur Heimatstube